24.05.2013


LBBW: Steigender Ölpreis fördert Innovation



Während sich Autofahrer über steigende Preise ärgern, bleibt die Chemiebranche gelassen. Denn sie können die Preissteigerungen an Kunden weitergeben, meldet die Landesbank Baden-Württemberg in einer Medienmitteilung. Ein zusätzlicher Pluspunkt: Es wird vermehrt an Alternativen geforscht.

Der steigende Ölpreis hat für die Chemiebranche kaum Auswirkungen. „Für einen moderaten Anstieg in einem einigermaßen starken gesamtwirtschaftlichen Umfeld ist die Branche gerüstet“, sagt Christine Feller, Analystin Equity Research bei der Fondsgesellschaft LBBW Asset Management. Vielmehr zeigt der steigende Ölpreis, dass in Zukunft umgerüstet werden muss. Auf lange Sicht fördert die Verknappung des Rohstoffs Öl Innovationen: die Forschungsabteilungen arbeiten verstärkt an Öl-Alternativen für die Herstellung von Chemikalien – zum Beispiel aus Stärke oder Milchsäure. Zudem profitieren die Hersteller von Bioethanol und deren Zulieferer, etwa Hersteller von Hefen und Enzymen.

Margen bleiben stabil


Bei den finanziellen Auswirkungen sei vor allem die Marktstellung des jeweiligen Unternehmens wichtig. „So reichen beispielsweise die Hersteller von Industriegasen ihre Rohstoffkosten über Kundenkontrakte weiter“, so Feller. Auch in der Feinchemie, deren Herstellungsprozesse durch viele Teilschritte geprägt sind, spiele der Rohstoffpreis ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle. Chemische Unternehmen mit preisunelastischer Nachfrage könnten höhere Rohstoffkosten ebenfalls an die Kunden weitergeben. In diesen Bereichen dürften die Margen bei einer moderaten Preissteigerung deshalb konstant bleiben.

sprunghafter Anstieg könnte problematisch werden


Ein sprunghafter Anstieg wäre heikler: Die Lieferverträge für Rohstoffe an verarbeitende Unternehmen laufen nämlich in aller Regel über einen kurzen Zeitraum, ergibt die Analyse der LBBW. Die Abnahmeverträge mit den Kunden dieser Unternehmen gelten jedoch länger. Zieht der Ölpreis plötzlich an, kann dies über ein Quartal zu schwächeren Margen führen. „Die Branche würde leiden, wenn der Ölpreis stark anstiege und dauerhaft hoch bliebe“, sagt Feller. „Dann nämlich würde er die Konjunktur abwürgen, was allerdings auch alle anderen Branchen lähmen würde.“



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