25.05.2013


Scope: Alterung der Anleger als Chance für Fondsbranche



Derzeit wird diskutiert, ob die Branche der Geschlossenen Fonds vom demografischen Wandel in Deutschland profitieren kann. Das ist nach Einschätzung der Ratingagentur Scope Analysis jedoch keineswegs gewiss. Zahlreiche Argumente sprechen dagegen:

Die Gesellschaft altert rapide. Die Angehörigen der geburtenstarken Jahrgänge kommen ins Rentenalter. Da die über 60-Jährigen den größten Anteil der Anleger Geschlossener Fonds darstellen, hofft die Branche auf großes Nachfragepotenzial. Nach Angaben des VGF waren 2011 nur drei von zehn Anlegern jünger als 51 Jahre – fast die Hälfte der privaten Investoren hingegen älter als 61 Jahre.

Ob die Branche der Geschlossenen Fonds von der demografischen Entwicklung profitieren kann, ist jedoch fraglich. Zwar sind die Anleger, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, zum Teil vermögend und haben eine hohe Affinität zu Sachwerten. Dass Anleger, die in den vergangenen Jahren keine Geschlossenen Fonds gezeichnet haben, dies in Zukunft machen werden, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Hinzu kommt, dass das aktuelle Bild der Branche in der öffentlichen Wahrnehmung nicht positiv genug ist, um zahlreiche Neuanleger zu gewinnen.

Ältere Anleger zeigen sich zudem zurückhaltend bei sehr langen Fondslaufzeiten, wie sie bei Geschlossenen Fonds üblich sind. Dass 70jährige Geschlossene Fonds mit Laufzeiten von mehr als 20 Jahre zeichnen, dürfte eher die Ausnahme bleiben. Die Anbieter stellen sich allerdings auf diese Entwicklung ein und legen zunehmend Fonds mit kürzeren Laufzeiten auf. Bei Fonds, die in deutsche Immobilien investieren, haben sich die prognostizierten Laufzeiten seit 2006 um fast 25 Prozent von 17,3 auf 13,2 Jahre reduziert.

Der Vertrieb Geschlossener Fonds könnte allerdings dadurch belebt werden, dass ältere Anleger ihr Vermögen steuerschonend vererben möchten. Denn im Vergleich zu anderen Anlageformen bieten Geschlossene Fonds bei bestimmten Gestaltungen im Erbfall Steuervorteile. Ein weiterer Vorteil sind die regelmäßigen Ausschüttungen, die Geschlossene Fonds bieten können. Insbesondere ältere Anleger präferieren regelmäßige Auszahlungsprofile ihrer Kapitalanlagen. Zudem sind Anleger im fortgeschrittenen Alter tendenziell stärker an Investments interessiert, deren Wertentwicklung nicht den hohen Schwankungen der Börse unterliegt.



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